Eine Welt, in der Kinder leben knnen
Thema: Aufwachsen
in zwei Kulturen
Inhalt: Auslndische Kinder in der Schweiz, ob in der Herkunfts-, Pflege- oder Adoptionsfamilie, fhren ein Leben in zwei oder mehreren Kulturen. Heimat wird zur Fremde und die Fremde wird zur Heimat. Sie durchleben einen schmerzlichen Selbstfindungsprozess im Spannungsfeld zweier oder mehrerer Kulturen. Dabei stellen sich Fragen nach der eigenen Wurzel oder ob das Leben zwischen Anpassung und Selbstbehauptung eine Chance oder eine Belastung ist.
Ziel: Kriterien
fr ein gesundes Heranwachsen in zwei oder mehreren Kulturen
werden erarbeitet, indem die TeilnehmerInnen sich mit der eigenen Biographie sowie mit der Lebenssituation solcher Kinder auseinandersetzen.
Leitung: Gyaltsen
Gyaltag und Amsale Mulugeta
TeilnehmerInnen: 15
(11 Frauen und 4 Mnner)
Datum: 2.
November 2000
Zeit: 14.00
- 15.30 Uhr
Nach einer
kurzen Begrssung und Vorstellungsrunde beantworteten die TeilnehmerInnen die
Frage: Warum nehme ich an diesem Workshop teil? Dabei konnten folgende
Erwartungen festgehalten werden:
Familie- und Tagespflege in Europa Wie sehen andere Kulturen dieses Angebot?
Vertiefung in Thematik
Umgang mit fremden Kulturen kennen
lernen
Austausch und Vertiefung von
Erfahrungen mit anderen Kulturen
Ressourcen der Kinder/Erwachsenen
aus anderen Kulturen (Migration) kennen lernen
Auseinandersetzung mit
ethno-kultureller Identitt
ber Thema
Multikulturalitt/Doppelkultur diskutieren
Anregungen fr internationale
Adoption mitnehmen
Wie wird Balance zwischen Herkunfts-
und Fremdkultur (Identitt) gefunden?
Begriff der Kultur
Im Rahmen eines Inputs wurde der Begriff der Kultur kurz erlutert und definiert. Kultur ist demnach ein sehr komplexes, ganzheitliches und sinngebendes System, in dem Menschen als Individuum oder als Gruppe ihr Leben definieren. Dieses System kann auf drei Ebenen untersucht werden:
v Ebene der gesamten materiellen Ausrstung (z.B. Alltagsgegenstnde,
Technologie)
v Ebene der Gesellschaftsorganisation (z.B. sozio-konomische u.
politische Strukturen)
v Ebene des Werte- und Normensystems (z.B. sinngebende u. regulierende
Konzepte)
Diese drei Ebenen stehen in einem dynamischen und interdependenten Beziehungsgeflecht zueinander. Kultur ist folglich ein Prozess, der regelmssigen Vernderungen unterliegt und immer wieder neu definiert werden muss.
In drei kleineren Gruppen setzten sich die
TeilnehmerInnen mit folgender Frage auseinander:
Welche
Einflussfaktoren waren fr die eigene Entwicklung und Identittsbildung
prgend?
Die
Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden im Plenum prsentiert und diskutiert. Dabei
konnten nachfolgende allgemeine, kulturbergreifende, prgende Einflussfaktoren herauskristallisiert
werden:
- Biologisch
-
Familiengeschichte
-
Erziehung
-
Sozialer Status
- Materielle Sicherheit
- Rollenverhalten
- Ausdruck
verbal/nonverbal
- Feste
-
Rituale
-
Normen / Werte
- Dorf / Stadt
-
Politisches
-
Schule
-
Freizeit
-
Beruf