Kriterien fr die Rckfhrung von Pflegekindern

Workshop-Leitung: David Brgin, Dipl. Sozialpdagoge und Pflegevater

 

1.      Situationsanalyse

1.1      Faktoren die zu einer positiv verlaufenden Rckfhrung fhrten

 

Pflegefamilie - Pflege-Kind - Herkunftsfamilie

        Kontakt zu den Kindeseltern wurde erhalten und gefrdert
      z.B. 1-jhriges Kind sieht die Kindesmutter mehrmals in der Woche und die Dauer der Platzierung betrug Jahr

        Gute Beziehung des Kindes zu den Herkunftseltern durch die Erlaubnis, in der Pflegefamilie sein zu drfen

 

Herkunftsfamilie

        Stabilisiertes Kindesfamilien-Verhltnis

 

Helfersystem

        Planung und Realitt bei Platzierungsbeginn stimmte berein

 

1.2      Faktoren die zu einer negativ verlaufenden Rckfhrung fhrten

           

Pflegefamilie - Pflegekind - Herkunftsfamilie - Helfersystem

        Angst vor den Kindeseltern

           

Herkunftsfamilie - Helfersystem

        Keine Abklrung ber die familire Situation in der Herkunftsfamilie

        Keine Nachbetreuung der Kindeseltern

        Im Hinblick auf eine Langzeitplatzierung keine Begleitung der Kindeseltern hin zu einer Bejahung der Platzierung

       

Pflegekind - Helfersystem

        Bindung an die Pflegeeltern nicht gengend beachtet

        Das Kindesalter nicht in Beziehung zur Platzierungsdauer gesetzt: Lebensmittelpunkt

        Vorgeschichte nicht bercksichtigt: Blutsbande ><Kindesmisshandlung

        Keine Informationen ber Art und Umfang der Kindesmisshandlungen eingeholt/erhalten

        Nicht abgeklrte Vermutungen

        Wille des Kindes wurde nicht erfragt: Art und Weise einer Kindesanhrung ist nicht bekannt

        Keine Abklrung der konkreten Erfahrungen des Kindes in der Herkunftsfamilie (z.B. whrend den Besuchswochenenden: wie gestalteten die Kindeseltern die Beziehungsarbeit? TV-Video-Konsum contra gemeinsame Unternehmungen): Intensitt und Qualitt

 

Helfersystem

        Sparen als hintergrndige berlegung fr die Rckplatzierung

 

1.3      Faktoren einer problembeladenen Rckfhrungssituation

 

 Herkunftsfamilie - Helfersystem

        Entwicklung der Kindeseltern ist nicht absehbar, Prognosen durch das Helfersystem schwer zu erstellen

        Forschung im Privatraum Familie erschwert bis unmglich

        Welcher Zeitrahmen wird bentigt zur “massiven Beobachtung“ (vgl. Fahrausweis in Deutschland) drei Jahre? fnf Jahre?

        Behrdenentscheid „Kinderschutzmassnahme“ >< Wille der Kindeseltern

 

Pflegekind - Herkunftsfamilie - Helfersystem

        “Klrungen der entstandenen neuen Bindungen“ contra “Entwicklung des Herkunftfamiliensystems“

 

Pflegekind - Helfersystem

        Kinderwille contra Fachwissen (Ich will zu Mama/Papa ><das Kind ist gefhrdet)

        Wieviel Verantwortung soll ein Kind tragen? (Wenn du braver/anstndiger/lieber wrst, dann wren deine Eltern nicht berfordert)

 

2.         Lsungsvorschlge fr eine voraussichtlich positive verlaufende Rckfhrung von Pflegekindern (wie immer ohne Gewhr)

Helfersystem

        Klarheit beim Entscheid der Indikation zur “Platzierung in eine Pflegefamilie“

        Klare Indikation fr die Platzierung in eine Pflegefamilie:

                                                                                                                     Beratung

                                                                   Ambulante Hilfe                                            

                Klare Indikation                                                             Sozialpdagogische Betreuung

                                                                                                          Heim

                                                                         Stationre Hilfe                                      Langzeit                    

                                                                                                           Pflegefamilie                                                                            

                                                                                                                                      Kurzzeit

                                                                                                                                                                        

                                                                                                                   

 

Pflegefamilie - Pflege-Kind - Kindesfamilie - Helfersystem

        Bei Ziel Kurzzeitplatzierung mit Rckfhrung, intensiver Einbezug der Kindeseltern

        Keine Versuchsphasen

 

Pflegekind - Helfersystem

        Zeitdauer der Platzierung

        Jugendliche: Rckfhrung mglich, aber mit „meiner ganzen Geschichte“

        Begutachtung muss die Bindungstheorie gewichten

        Rckfhrung ist nicht die wichtigste Option

        Kindeswohl darf nicht gegen Sparbemhungen stehen

 

Kindeseltern - Helfersystem - (Kind)

        Wertschtzung ist nicht gleich “nett sein“ sondern Offenheit

 

Helfersystem

        Sozialarbeit muss lernen, Position zu ergreifen (vor Gericht, vor Gutachtern)

        Fachliche Begrndung des Kindeswohls

                                                                                  fr die Kindeseltern

            Trennung der Zustndigkeiten

                                                                                      fr das Pflegekind

 

        Klarheit ber meine Verantwortung als Entscheider/in

        Allenfalls gerichtliche bertragung des Sorgerechtes an die Pflegeeltern (mglich in Tirol)

 

3.         Fazit und damit verbunden Forderungen

Soll eine Rckfhrung erfolgreich verlaufen mssen folgende Kriterien an erster Stelle bercksichtigt werden:

        Die ursprnglichen Bindungen zu den Kindeseltern mssen whrend der Dauer der Platzierung erhalten und gefrdert werden

        Die Dauer einer Platzierung in eine Pflegefamilie soll ein bestimmtes Mass nicht berschreiten. Dieses Mass ist dem Alter des Kindes entsprechend zu definieren.