Forderungen fr das Pflegekinderwesen

Diskussionsgrundlage fr den Fachkongress, 2. 4. Nov. 2000

 

1. An Bund und Kantone:

Behrden und Gerichte legen bei ihren Entscheidungen Wert auf die Erhaltung elementarer Bindungen der Pflegekinder. Bindungen sind fr die Entwicklung und Gesundheit der Kinder von grosser Bedeutung und werden daher von seiten des Staates geschtzt.

Auf der Ebene des Bundes wird eine gesetzliche Grundlage geschaffen fr die Erhebung einer jhrlichen Satistik der Pflegeverhltnisse. Periodische und detaillierte statistische Erhebungen sind eine wichtige Grundlage fr die Forschung im Pflegekinderwesen und dienen als Indikatoren fr Entwicklungen in diesem Bereich.

Ein gesamtschweizerisches Koordinationsorgan Pflegekinderwesen Schweiz regelt die Zustndigkeiten fr das Pflegekinderwesen unter den Kantonen.

Die Aus- und Fortbildung fr Personen der Vormundschaftsbehrden und der Pflegekinder-Aufsicht wird in Zusammenarbeit mit den Hochschulen fr Soziale Arbeit gefrdert.

Interkantonale und regionale Fachstellen (Pflegekinderdienste) nehmen die komplexen Aufgaben im Pflegekinderwesen wahr und koordinieren zentrale Aufgaben wie ffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung der Pflegeeltern, Vernetzung und Beratung.

Die Kantone frdern das Pflegekinderwesen als einen wichtigen Teil der Jugendhilfe und treffen Massnahmen zur Professionalisierung der Vermittlung, zur Aus- und Fortbildung der Pflegeeltern, zu deren Beratung und Vernetzung und zu deren angemessenen Honorierung (Art. 3 Absatz 2, PAVO).

Fr die Evaluation der Qualitt im Pflegekinderwesen werden spezifische Qualittsberprfungssysteme entwickelt, die der Komplexitt der Leistungserbringung im Pflegekinderwesen gerecht werden.

 

2. An Fachstellen und Fachpersonen:

Fachleute im Pflegekinderwesen verfgen ber eine fundierte berufliche Grundausbildung im Sozialbereich und ber eine arbeitsfeldspezifische Weiterbildung im Bereich der Jugendhilfe, Entwicklungspsychologie und Familienberatung.

Fachstellen und Fachpersonen machen ffentlichkeitsarbeit fr das Pflegekinderwesen und schaffen so Anerkennung und Wertschtzung fr die Aufgaben von Pflegefamilien

Die Planung und Steuerung eines Pflegeverhltnisses umfasst ein gemeinsames, sehr komplexes Handlungsfeld mehrerer Berufe. Fachleute im Pflegekinderwesen frdern eine interprofessionelle und interinstitutionelle Zusammenarbeit.

Fachpersonen erarbeiten in Zusammenarbeit mit allen am Pflegeverhltnis Beteiligten einen Hilfeplan, der entsprechend der Bedrfnisse des einzelnen Kindes Rollen und Kompetenzen klrt und die mit der Platzierung verbunden Ziele formuliert. Der Hilfeplan wird von den Fachpersonen kontinuierlich evaluiert und mit den Beteiligten entsprechend der Lebensphase des Kindes weiterentwickelt.

Um die Interessen des Kindes zu wahren, beziehen Fachpersonen das Kind bei Entscheidungen, von denen es betroffen ist, soweit mglich mit ein oder gewhrleisten die Partizipation einer Begleitperson fr das Kind, die einzig sein Wohl im Auge behlt.

Fachleute sorgen fr eine realistische Einschtzung der Aufgaben der Pflegeeltern. Sie stellen dementsprechende Forderungen und fhren Pflegeeltern in ihre Aufgabe ein, untersttzen sie mit Begleitung und Beratung, Fortbildung und Anerkennung.

Die Herkunftseltern werden fachlich begleitet und beraten. Fachpersonen legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit der Pflegeeltern mit den Herkunftseltern.

Die Fachleute bemhen sich, die Strukturen und Ablufe im Pflegekinderwesen konstant an neue Forschungsergebnisse anzupassen sowie an die sich stetig verndernden Anforderungen im Umfeld.

 


Diskussionsgrundlage fr den Fachkongress:

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