Qualitt fr Pflege- und Adoptivkinder

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Das schweizerische Adoptions- und Pflegekinderwesen weist alarmierende Mngel auf. Wie der erste internationale Fachkongress zum Pflegekinder- und Adoptionswesen vom 1.-4. November 2000 in Zrich gezeigt hat, sind Impulse fr Qualittsentwicklung ntig.

 

Professionalisierung

Im Pflegekinderwesen ist eine Professionalisierung aller Beteiligten rund um die ca. 15'000 Pflegekinder unumgnglich. Auch die Zusammenarbeit zwischen platzierenden Stellen, Herkunftseltern, Vormundschaftsbehrden, Pflegeeltern, Pflegekinder-Aufsicht muss professionalisiert werden. Erste Modelle sind auch in der Schweiz entwickelt worden, ihre breitere Umsetzung scheitert jedoch oft an strukturellen Unzulnglichkeiten, nicht zuletzt an der fehlenden Kostentransparenz. So kommt es Gemeinden in vielen Fllen billiger zu stehen, ein Kind ein Heim zu platzieren als in eine Pflegefamilie, auch wenn diese der bessere Ort wre und das Heim effektiv teurer ist. Ein gut ausgebautes Pflegekinderwesen, so schtzen Fachleute, wrde rund 70% der Kosten fr institutionelle Platzierung von Kindern beanspruchen.

Ein gewichtiger Mangel ist das Fehlen einer Vertretung des betroffenen Kindes in dem hochkomplexen Prozess einer Fremdplatzierung. In manchen europischen Lndern, wie Grossbritannien und Deutschland ist der sogenannte Anwalt des Kindes in der Gesetzgebung verankert, die konkrete Ausgestaltung steht allerdings zum Teil erst am Anfang.

 

Familienpdagogik

Ein wegweisendes Modell wurde am Kongress vorgestellt: das transnationale EU-Projekt Cinderella, das die Schaffung von qualifizierten Pltzen fr Kinder in Familie verbindet mit der Schaffung von Arbeitspltzen fr Frauen in der Familie. Cinderella hat eine mit anderen Ausbildungen in Sozialberufen kompatible Ausbildung fr Familienpdagogik entwickelt. Pflegefamilien werden angestellt, fachlich begleitet und erhalten fr den sozialpdagogischen Mehraufwand bei der Betreuung und Erziehung von Pflegekindern einen sozialversicherten Lohn.

 

Identitt

Ohne die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft knnen Pflege- und Adoptivkinder keine positive Identitt entwickeln, das hat die Erfahrung der letzten 20 Jahre in aller Deutlichkeit gezeigt. Aber noch immer gehrt dieses grundlegende Recht der Kinder nicht zum gngigen Qualittsstandard, ebenso wenig wie eine angemessene Begleitung der Herkunftseltern. Fehlende Finanzen bei den zustndigen Diensten und mangelndes Fachwissen bei den Behrden sind oft der Grund dafr. In der Schweiz, so fhrte die Nationalrtin Jacqueline Fehr aus, muss endlich die Politik in die Verantwortung genommen werden und gengend Mittel zur Verfgung stellen. Qualittsentwicklung ist eine prventive Massnahmen, denn mit jedem Abbruch eines Pflegeverhltnisses und jeder gescheiterte Adoption kommen neben dem individuellen Leid unabsehbare Folgekosten auf die ffentlichkeit zu.

 

Ratifizierung des Haager Abkommens

Das Adoptionswesen steht durch die Ratifizierung des Haager Abkommens vor einem Qualittssprung. Allerdings ist im aktuellen Bundesgesetz zur Umsetzung des Haager Abkommens, das kurz vor der Verabschiedung durch die eidgenssischen Rte steht, eine wichtige Forderung nicht erfllt. Die TeilnehmerInnen des Internationalen Kongresses in Zrich haben denn auch einstimmig eine Resolution verabschiedet, welche fordert, dass die Bewilligung und Aufsicht ber die Vermittlungsstellen an eine interdisziplinre Fachkommission des Bundes bertragen wird. Vor allem kleinere Kantone verfgen nicht ber die ntigen Fachgrundlagen, um Missbruche Stichwort Kinderhandel - zu verhindern.

 

1. Internationaler Fachkongress zu Qualittsentwicklung im Pflegekinder- und Adoptionswesen, 1.-4. November 2000 in Zrich, organisiert von der Schweizerischen Fachstelle fr das Pflegekinderwesen, der Schweizerischen Fachstelle fr Adoption, der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und dem Service Sociale Internationale, Branche Suisse. Rund 150 Fachleute, unter anderem aus Deutschland, sterreich, den Niederlanden und Frankreich trafen sich zum interdisziplinren Austausch. Kongressbeitrge und Diskussionen knnen unter www.adoption.ch abgerufen werden.

 

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Qualittsentwicklung im Pflegekinder- und Adoptionswesen

 

Qualitt ist fr Pflegekinder und Adoptivkinder kein Schlagwort: Es geht schliesslich um ihre Entwicklungschancen. Werden sie nicht genutzt, so kommen mit dem individuellen Leid unbersehbare und extrem teure Folgen auf die Gesellschaft zu. Und obwohl soviel auf dem Spiel steht, weist das schweizerische Pflegekinder- und Adoptionswesen alarmierende Mngel auf. Hier Impulse fr Qualittsentwicklung zu setzen, das war das Ziel des ersten internationalen Fachkongresses in der Schweiz zum Pflegekinder- und Adoptionswesen, der am 1.-4. November 2000 in Zrich stattfand. Rund 150 Fachleute trafen sich zum interdisziplinrem Austausch. Organisiert wurde der Kongress von der Schweizerischen Fachstelle fr Adoption und der Schweizerischen Fachstelle fr das Pflegekinderwesen in Zrich, untersttzt von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und dem Service Sociale Internationale, Branche Suisse.

 

Professionalisierung

Im Pflegekinderwesen zeichnen sich zwei Entwicklungen ab: Einerseits ist eine Professionalisierung aller Beteiligten rund um die ca. 15000 Pflegekinder dringend ntig: Auf jeder Ebene bei den platziernden Stellen, bei der Pflegekinder-Aufsicht, bei den Vormundschaftsbehrden, in der Pflegefamilie, in der Begleitung der Herkunftseltern muss mit Fach-Knowhow und professioneller Haltung gearbeitet wird. Aber das allein reicht noch nicht: Ein Pflegeverhltnis wird erst dann gut funktionieren, wenn alle Beteiligten auch professionell zusammenarbeiten. Erste Modelle sind in der Schweiz entwickelt worden, ihre weitere Umsetzung scheitert jedoch oft an den strukturellen Unzulnglichkeiten. So kommt es Gemeinden in vielen Fllen billiger zu stehen, ein Kind ein Heim zu platzieren als in eine Pflegefamilie, auch wenn diese der bessere Ort wre und das Heim effektiv teurer ist. Fachleute schtzen, dass ein gut ausgebautes Pflegekinderwesen, das alle gestellten Forderungen nach Professionalitt und interdisziplinrer Zusammenarbeit erfllt, rund 70% der Kosten fr institutionelle Platzierungen von Kindern beansprucht.

 

Familienpdagogik

Ein wegweisendes Modell wurde am Kongress vorgestellt: das transnationale EU-Projekt Cinderella, das die Schaffung von qualifizierten Pltzen fr Kinder in Familie verbindet mit der Schaffung von Arbeitspltzen fr Frauen in der Familie. Cinderella hat eine mit anderen Ausbildungen in Sozialberufen kompatible Ausbildung fr Familienpdagogik entwickelt. Pflegefamilien werden angestellt, fachlich begleitet und erhalten fr den sozialpdagogischen Mehraufwand bei der Betreuung und Erziehung von Pflegekindern einen sozialversicherten Lohn.

 

Identitt

Ohne die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft knnen Pflege- und Adoptivkinder keine positive Identitt entwickeln, das hat die Erfahrung der letzten 20 Jahre in aller Deutlichkeit gezeigt. Aber noch immer gehrt dieses grundlegende Recht der Kinder nicht zum gngigen Qualittsstandard, ebenso wenig wie eine angemessene Begleitung der Herkunftseltern. Fehlende Finanzen bei den zustndigen Diensten und mangelndes Fachwissen bei den Behrden sind oft mit ein Grund, weshalb fachlich unbestrittene Grundlagen nicht angewendet werden zum Schaden der betroffenen Kinder. In der Schweiz, so fhrte die Nationalrtin Jacqueline Fehr aus, muss endlich die Politik in die Verantwortung genommen werden und gengend Mittel zur Verfgung stellen. Qualittsentwicklung ist eine prventive Massnahmen, denn jeder Abbruch eines Pflegeverhltnisses und jede gescheiterte Adoption kommt die ffentlichkeit teuer zu stehen.

 

Ratifizierung des Haager Abkommens

Das Adoptionswesen steht durch die Ratifizierung des Haager Abkommens vor einem Qualittssprung. Allerdings ist im aktuellen Bundesgesetz zur Umsetzung des Haager Abkommens, das kurz vor der Verabschiedung durch die eidgenssischen Rte steht, eine wichtige Forderung nicht erfllt. Die TeilnehmerInnen des Internationalen Kongresses in Zrich haben denn auch einstimmig eine Resolution verabschiedet, welche fordert, dass die Bewilligung und Aufsicht ber die Vermittlungsstellen an eine interdisziplinre Fachkommission des Bundes bertragen wird. Vor allem kleinere Kantone verfgen nicht ber die ntigen Fachgrundlagen, um Missbruche Stichwort Kinderhandel - zu verhindern. Weiter ist Qualitt ganz generell nur mit Interdisziplinaritt zu erreichen: Die Zusammenarbeit von juristischen, medizinischen, psychologischen, sozialarbeiterischen Fachleuten und Fachleuten der Entwicklungsarbeit ermglicht erst kinderwrdige Lsungen.

 

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La qualit de l'accueil familial et de l'adoption des enfants

Les structures suisses de l'accueil familial et de l'adoption des enfants prsentent des lacunes alarmantes. Le premier Congrs Professionnel International du 1er au 4 novembre 2000 Zurich a dmontr que le dveloppement de la qualit a besoin d'tre dynamis.

 

Professionnalisation

La professionnalisation de toutes les personnes impliques dans la prise en charge des quelques 15'000 enfants en accueil familial est incontournable. De mme la collaboration entre les organismes de placement, les parents biologiques, les autorits tutlaires, les parents nourriciers et l'encadrement des enfants en accueil familial doit tre professionnalise. Des premiers modles ont t dvelopps en Suisse, mais leur ralisation sur une base plus large a chou, ceci souvent cause d'un manque de structures et d'une transparence des cots faisant dfaut. Pour plusieurs communes un placement en institution engendre des cots infrieurs un placement familial, mme si ce dernier serait prfrable pour l'enfant et qu'en dfinitive, le placement en institution cote plus cher. Les professionnels estiment qu'une structure d'accueil familial bien dveloppe demanderait peu prs 70% des frais d'un placement en institution.

L'absence d'un reprsentant de l'enfant constitue un manque important dans le processus extrmement complexe du placement familial. Plusieurs pays europens, dont la Grande-Bretagne et l'Allemagne, ont ancr dans leur lgislation un soi-disant "tuteur de l'enfant" ("Advokat des Kindes"), mais la ralisation sur le plan concret n'en est qu' ses dbuts.

 

La pdagogie familiale

Lors du congrs, un modle novateur, le projet transnational europen "Cinderella" a t prsent. Il associe la cration de placements familiaux qualifis pour les enfants avec la cration d'emplois fminins au sein de la famille. "Cinderella" a dvelopp une formation en pdagogie familiale compatible avec d'autres formations dans le domaine social. Des familles d'accueil sont employes et profitent d'un encadrement professionnel. Elles reoivent un salaire soumis aux assurances sociales pour leur travail socio-pdagogique spcifique lors de la prise en charge et de l'ducation des enfants placs chez eux.

 

L'identit

L'exprience vcue depuis 20 ans a dmontr d'une faon trs nette que les enfants adoptifs ou en accueil familial ne peuvent dvelopper une identit positive sans une remise en question de leurs origines. Malgr cela, ce droit fondamental des enfants ne fait toujours pas partie des standards de qualit courants, pas plus qu'un suivi adquat des parents biologiques. La plupart du temps le manque de moyens financiers des organismes concerns et l'absence de connaissances professionnelles au sein des autorits sont responsables de ces faits. Madame Jacqueline Fehr, Conseillre nationale, explique qu'en Suisse, les milieux politiques doivent tre responsabiliss et mettre disposition des moyens financiers suffisants. Le dveloppement de la qualit constitue une mesure prventive, puisque, hormis les souffrances individuelles, chaque rupture d'un placement familial ou d'une adoption fait subir la collectivit des cots imprvisibles.

 

Ratification de la Convention de La Haye

De par la ratification de la Convention de La Haye, l'adoption se trouve devant un grand pas en matire de qualit. La loi actuelle en vue de la conversion de la convention de La Haye qui devrait tre vote par le parlement sous peu, ne satisfait pourtant pas une demande importante. Les participant(e)s au Congrs International Zurich ont donc adopt unanimement une rsolution par laquelle ils demandent qu'une commission fdrale professionnelle interdisciplinaire prenne en charge l'autorisation et la surveillance des organismes intermdiaires. Ce sont surtout les plus petits cantons qui ne disposent pas forcment des connaissances professionnelles ncessaires l'empchement des abus (voir le commerce d'enfants).

 

1. Congrs professionnel international "Amliorer la qualit de l'accueil familial et de l'adoption des enfants", du 1er au 4 novembre 2000 Zurich, organis par la "Schweizerische Fachstelle fr das Pflegekinderwesen", la "Schweizerische Fachstelle fr Adoption", la "Fondation Village d'enfants Pestalozzi" et la Fondation Suisse du Service Social International. Env. 150 professionnels, provenant entre autre d'Allemagne, d'Autriche, des Pays-Bas et de France, se sont rencontrs pour un change interdisciplinaire. Vous trouverez les exposs et discussions de ce congrs sous www.adoption.ch.

(7.11.00 traduction ssi)